Begegnung mit der Natur

Gams auf einem Berghang
Trotz jahrhundertelanger Siedlungsgeschichte und einer der höchsten Bevölkerungsdichten des Landes begeistert die Region Małopolska mit ihrem Reichtum und ihrer Vielfalt an Wildtieren. Von der „grünen Lunge“ Krakaus - dem Bielańsko-Tyniecki Landschaftsschutzgebiet - über sechs Nationalparks mit den majestätischen Gipfeln der Tatra an der Spitze, die weitläufigen Natura-2000-Gebiete, bis hin zu Tausenden von Höhlen, wilden Gebirgsflüssen und Refugien ursprünglicher Buchenwälder der Karpaten - die Entdeckung der Natur der Region ist ein faszinierendes Vergnügen!

Das inmitten der Kalksteinhügel gelegene Kraków ist ein Ort, an dem sich die Geschichte des wilden Małopolska gut beginnen lässt. In der Stadt selbst gibt es mehrere Höhlen, darunter die berühmte Drachenhöhle - Smocza Jama, nur 20 Gehminuten vom Wawel-Schloss entfernt, in der Gegend der  Twardowski-Felsen können Sie das kristallklare Wasser des unter Wasser gesetzten ehemaligen Steinbruchs Zakrzówek bewundern, dessen Landschaft an die kroatische Adria-Küste erinnert, während der mitten in der Stadt gelegene Wolski-Stadtwald  Sie die Hektik der Krakauer Straßen erfolgreich vergessen lässt.

Eine weitere Möglichkeit, mit der Natur in Kontakt zu kommen, bieten die gemütlichen Krakauer Täler. Die malerischen bewaldeten Täler direkt vor den Toren der Stadt ziehen Wanderer und Radfahrer an, und ihre mit Felsen bedeckten Hänge bieten hervorragende Bedingungen zum Klettern. Nicht weit entfernt befindet sich Polens kleinster Nationalpark Ojców, der das einzigartige Ökosystem des Prądnik-Tals schützt. Das gesamte Gebiet des Krakau-Tschenstochauer Jura beherbergt rund 1500 entdeckte Höhlen und 17 Fledermausarten, die diese bewohnen. An klaren Sommerabenden kann man sie beobachten, wie sie auf der Suche nach Nahrung über Wälder und Wiesen fliegen. Die bekanntesten Höhlen von Małopolska auf dem Gebiet des Krakau-Tschenstochauer Jura sind die Łokietek-Höhle die oberhalb von Ojców liegt, bekannt für die Legende über den dort versteckten zukünftigen Herrscher von Polen , die Höhle Wierzchowska Górna, die längste öffentlich zugängliche Höhle in ganz Polen und die Höhle Nietoperzowa, in der zahlreiche Knochen prähistorischer Tiere gefunden wurden. Ganz anderen Charakter haben die ebenfalls zahlreichen (fast 900) Höhlen in der Tatra, darunter die für Touristen zugänglichen Höhle Mroźna und Mylna.

Auf dem flachen Land östlich von Kraków erstreckt sich der Niepołomice-Urwald mit einem ausgedehnten Netz von Waldwegen und einem Zentrum für Wiesenzucht, das für Besucher nicht zugänglich ist. Weiter südlich steigt das Gelände langsam an, und die malerischen Gebiete des Wiśnicko-Lipnicki Landschaftsschutzgebiets und des Ciężkowicko-Rożnowski Landschaftsschutzgebiets verwandeln sich allmählich in Vorland der Berge. Große Waldgebiete in der Umgebung von Mogielica im Gorce Nationalpark und in einem der größten Landschaftsschutzgebiete Polens, dem Poprad Landschaftsschutzgebiets schützen sie Refugien des Karpaten-Buchenwaldes und wertvolle Tierarten, darunter den charakteristischen gefleckten Salamander - das Symbol des Gorce-Gebirges.

Der im monumentalen Grenzabschnitt des Dunajec-Durchbruchs gelegene Pieniny-Nationalpark ist zu jeder Jahreszeit schön, doch seine Mischwälder sind vor allem im Herbst einen Besuch wert, wenn die fallenden Blätter in unzähligen Farben leuchten. Die wahren Perlen der Natur in Małopolska sind jedoch der Tatra Nationalpark und der Babia Góra Nationalpark – zwei Biosphärenreservate aus der prestigeträchtigen UNESCO-Liste zum Schutz der wertvollsten Naturräume der Welt. Die Hochgebirgsregionen von Małopolska sind ein Zufluchtsort für große Raubtiere: Bären, Wölfe, Luchse und Wildkatzen, für die Fauna und Flora der Tatra stehen außerdem die systematisch wachsende Population von Gämsen - der nördlichsten Unterart dieses Säugetiers - und die einzigen natürlichen Edelweißbestände in unserem Teil von Europa.

Auf den 55 % der Fläche von Małopolska, die unter Naturschutz stehen, sind mehr als die Hälfte aller in Polen vorkommenden Pflanzen- und Tierarten heimisch. Das enorme Wachstum des Tourismus in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass einige Orte überfüllt sind, vor allem während der Hochsaison. Gleichzeitig bleiben zahlreiche Berggipfel und Täler relativ leer und ruhig und bieten dem Besucher eine Möglichkeit, die wilde Natur direkt und hautnah zu erleben. Wir empfehlen Ihnen, die  überlaufenen Touristen-Highlights zu meiden und weniger beliebte Reisezeiten zu wählen, um unser gemeinsames Gut, die Natur, zu respektieren. In der Woiwodschaft Małopolska gibt es viele völlig unbekannte Gebirgszüge, wie die Beskid Maly, Beskid Niski (darunter ein Teil des Magura-Nationalparks, ständig werden auch neue Naturattraktionen entdeckt, wie die vor Kurzem errichtete Biberburg in Stary Sącz.

Der Kontakt mit der wilden Natur bietet nicht nur eine Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und sich von unserem hektischen Alltag zu erholen, sondern auch mit den egoistischen Gewohnheiten zu brechen, den Menschen in den Mittelpunkt der Welt zu stellen. Im Wald sind die wilden Tiere unsere Gastgeber, was nicht nur bei den seltenen (aber ab und zu vorkommenden!) Begegnungen mit Bären zu bedenken ist. Nur ausgeschilderte Wege zu benutzen, die Tiere nicht zu füttern, keine Wildpflanzen aufzusammeln und sich notfalls vorsichtig zurückzuziehen, ist der elementare Wald-Knigge.

Informationen über Wander-, Rad- und Reitwege, Parkplätze, Unterkünfte und Campingplätze sowie über die Grundregeln des verantwortungsvollen Tourismus werden u. a. von der Internetseite Czaswlas.pl gesammelt, die den polnischen Wäldern gewidmet ist, oder von dem Portal für Bergwanderer Góry dla Ciebie.

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